Rumänien Teil I

Es gibt Länder die üben einen gewissen Reitz und Neugierde aus. Für uns gehörte Rumänien ganz klar dazu. Zum einen da ich mich auf der Arbeit einmal näher mit Brasov in Rumänien beschäftigt habe und durch den Eyjafjallajökull am Ende nicht hinfliegen konnte. Aber auch weil es so viele Vorurteile über das Land gibt, von denen aber keiner mehr erzählt, der schon einmal dort war, sondern nur wie toll es dort ist.

Mit einer großen Portion Neugierde sind wir somit am 22. Oktober von Bratislava aus Richtung Rumänien aufgebrochen. Da wir Ungarn im Jahr vorher schon bereist hatten, wollten wir versuchen an einem Tag durch zu fahren um mehr von Rumänien zu haben.

Bis zur Rumänischen Grenze sind wir auch gut durchgekommen. Brauchten mit unseren Pässen und der Maut in Rumänien aber länger als gedacht und mussten dann zwei Stunden bei Dunkelheit über Rumäniens Landstraßen rumpeln. In Deutschland wäre das nicht weiter wild, in Rumänien macht das aber nur bedingt Spaß. Man muss immer damit rechnen das die Straße gerade ein Stück aufgerissen ist, natürlich ohne Absperrung, oder Tiere und Autos einfach auf der Straße stehen.

Letzendlich sind wir dann aber gut in Remetea, unserem ersten Stopp angekommen. Da es aber auf dem Campingplatz zappenduster war, haben wir uns erst einmal einfach irgendwo hingestellt und am nächsten Morgen umgestellt und nach langer Zeit das Vorzelt mal wieder aufgebaut.

Für Ende Oktober war es auch noch richtig warm und die Kinder konnten mit Wasser rumplantschen und einfach rumtoben.

Für den nächsten Tag hatte uns Stephan der Campingplatzbesitzer, einen Ausflug zur nahe gelegenen Bärenhölle empfohlen. Da wir noch keinen richtigen Plan hatten was wir die nächsten Tage so machen könnten, haben wir sie uns einmal angeschaut. In Deutschland wäre die Höhle vermutlich ein großes Ding und überall würde dafür Werbung gemacht werden, in Rumänien sind solche Orte aber oftmals sehr unscheinbar versteckt und weil die Straßen in der Zwischenzeit so klein und schlecht geworden waren hatten, wir schon gedacht uns verfahren zu haben. Aber auf einmal tauchten vor uns Marktstände und ein kleines Hinweisschild zur Höhle auf. Die Höhle ist wirklich beeindruckend, zum einen gibt es unheimlich viele Tropfsteine in allen möglichen Farben und Formen, aber auch das ca. 15.000 Jahre alte Bärenskelett hinterläßt eindruck. Elian hat Wochen später noch davon erzählt und als ein Highlight der Reise bezeichnet.

Am nächsten Tag wollten wir uns noch eine andere, größere Höhle anschauen, in die wir zumindest ein Stück alleine reingehen konnten, uns aber ohne Guide nicht so weit getraut haben. Eine Führung wollten Sie aber erst machen, wenn 6 Erwachsene beisammen wären. Schon Kilometer vor der Höhle haben wir aber nur zwei Männer mit Pferdekutsche gesehen die Holz aus dem Wald geholt haben. Wir konnten daher nicht so richtig daran glauben, dass in den nächsten Tagen überhaupt mal eine Führung stattfinden würde und sind stattdessen nach Beius, der nächst größeren Stadt gefahren und haben den Tag entspannt ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen sind wir noch einmal wieder gekommen um uns den Wochenmarkt anzuschauen. Leider waren wir aber etwas zu spät dran und sind deshalb wieder zurück nach Remetea gefahren und haben eine Fahrradtour durchs Dorf gemacht.

Am nächsten Tag sind wir dann auch schon weiter Richtung Sibiu, bzw. Hermannstadt gefahren. Die ersten Tage in Rumänien haben uns auch Lust auf mehr gemacht. Die Menschen die wir getroffen haben, waren alle super nett, offen, hilfsbereit und gerade die Kinder sind immer sehr nett aufgenommen worden.

In der Nähe von Sibu hatten wir Platz auf einem alten Bauerhof bei Ella und Rudi gefunden. Neben zwei zutraulichen Enten, gab es auch noch ein paar Katzen, Schafe und ganz viel Platz zum Spielen.

Am nächsten Tag sind wir mit dem Auto die Transfargasan gefahren, dies ist eine Passstraße in den Transsilvanischen Alpen. Wir hatten vorher schon von vielen gehört das die Landschaft atemberaubend sein soll. Und so haben wir eigentlich auch nach jeder Kurve angehalten um Fotos zu machen und den Ausblick zu genießen. Leider haben wir uns dabei total mit der Zeit und Reichweite unseres Tanks verschätzt. Als wir oben angekommen waren hat das Auto noch 50 KM Reichweite angezeigt und Google für die nächste Tankstelle 90 KM. Zwei Ukrainer meinten aber das Sie vor ca. 30 KM eine Tankstelle gesehen hatten. Wir haben uns dann mal den Berg runter rollen lassen und nach 50 KM immer noch nichts anderes gesehen als Steine und Bäume. Am Ende war die Tankstelle bei Google doch die nächste, durchs Berg runter fahren hat es dann aber gepasst, aber es war schon eine knappe Kiste. Nur an der Zeit konnten wir nicht drehen und sind deshalb Abends mit zwei übermüdeten und hungrigen Kindern wieder zu Hause angekommen. Der Tripp hat sich aber auf jeden Fall gelohnt und gezeigt welche genialen Landschaften Rumänien zu bieten hat.

Am nächsten Tag wollten wir noch eine ähnliche Passstraße fahren. Leider war es aber so neblig, dass wir schon nach ein paar Kilometern umgedreht haben und nach Sibu gefahren sind.

Sibu wurden im 12 Jahrhundert von deutschen Siedlern gegründet und viele fühlen sich immer noch stark Deutschland verbunden. Man trifft daher an jeder Ecke jemanden der auch auf Deutsch einem den Weg erklären kann. Die Stadt selber scheint vor längerer Zeit ihre große Blüte gehabt zu haben und wird erst so langsam wieder hübsch gemacht. Sie ist aber auf jeden Fall eine Reise wert und gerade in der Altstadt läßt sich die Zeit mit einem Bummel gut vertreiben.

Von unserem Stellplatz sind wir am nächsten Tag nach Schäßburg gefahren, ebenfalls eine von deutschen Einwanderern im 12 Jahrundert gegründete Stadt. Sie ist etwas überschaubarer als Sibu, hat aber auch ihren Charme. Besonders die Burganlage ist beeindruckend, auf der auch Vlad III geboren sein soll, die Romanvorlage für Graf Dracula.

Eigentlich hatten wir vor noch weiter in den Norden zu fahren und uns die Karpaten noch mehr anzuschauen. Leider sah der Wetterbericht dann aber nicht mehr ganz so gut aus. Deshalb sind wir mit unserem Wohnwagen doch weiter nach Osten gezogen nach Brasov. Dies aber im zweiten Teil von Rumänien.

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