Rumänien Teil II

Nun ging es also weiter nach Brasov. Über die Stadt hatte ich schon viel gehört und gelesen, da ein Kunde bei meinem letzten Arbeitgeber uns 2011 gebeten hatte, dort einen Standort aufzubauen. Dies war aber nicht zustande gekommen, wie auch ein Besuch, da an dem geplantem Tag für den ich ein Ticket hatte, alle Flüge in Hamburg gestrichen wurden.

Zunächst hatten wir uns aber für ein Schlösser- und Burgen Programm entschieden, da es recht kalt war und wir so mehr im Auto saßen. Als erstes sind wir zum Schloß Bran gefahren, angeblich hat dort Vlad III (Graf Dracula) gelebt. Die Burg ist bereits Schauplatz von einigen Dracula Filmen gewesen und schafft eine schön schaurige Atmosphäre. Die Burg selber ist nicht sehr groß und lässt sich somit gut erkunden, war aber auch die bislang meistbesuchte Sehenswürdigkeit auf unserer Tour.

Von dort aus sind wir weiter nach Peles Castle gefahren. Das Schloss wurde im 19 Jahrhundert für den rumänischen König gebaut und war für damalige Verhältnisse mit Fahrstuhl, fließend Wasser, Zentralheizung und Telefonanschluss unheimlich modern.

Am nächsten Tag ging es dann endlich nach Brasov. Zunächst sind wir nach Gimbav gefahren wo das Werk von PAG ist. Leider können wir aber keine Fotos zeigen, da der Werkschutz uns gestoppt hat und wir vor Ihren Augen alle Fotos löschen mussten ?

In Brasov selber ist es uns dann etwas besser ergangen 🙂 Die Stadt hat eine schöne und große Altstadt die wir mit Bollerwagen auch gut erkunden konnten. Gleich am Anfang unserer Tour sind wir von einem Pärchen auf Deutsch angesprochen worden. Sie haben uns neben ein paar Tipps auch noch Ihre Telefonnummer gegeben, nur für den Fall das wir mal Hilfe brauchen oder mit Deutsch und Englisch nicht weiter kommen. Einem Rumänen in Deutschland wäre das wahrscheinlich nicht passiert.

Brasov ist von den Städten die wir uns in Rumänien angeguckt hatten die schon am weitesten renovierte Stadt gewesen. Auch wenn es noch ein paar Ecken gibt, denen man den Ceausescu Charme ansieht, war die Stadt sauber und touristisch erschlossen. Man kann sich sogar registrieren lassen und wird dann vor Bären in der Stadt gewarnt und wo sie sich befinden.

Von Brasov aus wollten wir uns am nächsten Tag eigentlich Bukarest anschauen. Laut Google Maps sollte es aber ca. 3 Stunden mit dem Auto für eine Tour dauern und akzeptable Stellplätze für unseren Wohnwagen haben wir in den bekannten Apps auch nicht gefunden. Deshalb sind wir mit unserem Schneckenhaus weiter nach Slobozia gefahren, welches auf halber Strecke zwischen Bukarest und Schwarzem Meer liegt.

Die Stadt selber hat wenige Highlights zu bieten, es sei den man interessiert sich für Landwirtschaft. Deshalb sind wir am nächsten Tag mit dem Auto wieder zurück nach Bukarest gefahren. Die Stadt ist verkehrstechnisch ein Albtraum, was auch jeder aus Bukarest entschuldigend bestätigt. Und noch nie haben wir auf unserer Reise so lange gebraucht einen Parkplatz zu finden. Etwas genervt sind wir daher dann mit Bollerwagen und Kindern im Schlepptau auf Entdeckungstour gegangen. Als erstes Stand das Parlamentsgebäude (eines der größten Gebäude der Welt) auf dem Zettel. Andrea und die Kinder konnten sich dafür aber nicht begeistern und sind auf einem Spielplatz geblieben der ein Nachbau des Gebäudes ist.

Für den Regierungspalast soll ca. 1/5 der Altstadt zum Opfer gefallen sein, und auch sonst dominiert in Bukarest der Zuckerbäckerstil, von der einst als „Paris des Ostens“ bezeichneten Stadt ist leider nicht mehr viel über. Im Laufe des Tages wurde unsere Stimmung aber wieder besser und wir haben es genossen einfach durch die Gassen der Innenstadt zu bummeln und uns zu freuen wenn wir wieder etwas schönes entdeckt haben.

Abends ging es dann wieder zurück nach Slobozia und am nächsten Tag weiter ans Schwarze Meer. Wir hatten uns vorher schon einen Stellplatz etwas ausserhalb von Konstanza rausgesucht, dieser sollte laut Internet auch das ganze Jahr über auf haben. Die letzten zwei Kilometer sind wir mit unserem Wohnwagen über einen sehr schlechten Feldweg gerumpelt, um am Ende damit belohnt zu werden, das der Platz zu hatte. Etwas gefrustet sind wir dann nach Konstanza gefahren und haben hier noch einen der wenigen offenen Campingplatz gefunden.

Hier sind wir dann auch vier Tage geblieben um uns zum einen Konstanza anzuschauen, aber auch um uns mal wieder zu organisieren, Wäsche waschen, Sandburgen zu bauen oder nichts zu machen.

Dies war auch unsere letzte Station in Rumänien und von hier aus sind wir weiter nach Bulgarien gestartet.

Was nehmen wir nach fast vier Wochen Reisen in Rumänien mit? Auf jeden Fall die Landschaftsbilder und Natur in den Gebirgen, die Burgen, Schlösser und Wehrkirchen und natürlich die Eindrücke von vielen netten Menschen die wir kennen gelernt haben. Es ist schade, das auch wir, so viele Vorurteile über Rumänien in unserem Kopf hatten, aber das schöne am Reisen ist ja, das man sich selber einen Eindruck machen kann.

Generell hatten wir immer ein sicheres Gefühl, am Anfang hatten wir hierzu den ersten Campingplatzbesitzer gefragt. Seine Antwort war nur: „Warum macht Ihr euch Sorgen? Alle schlechten Rumänen sind in Deutschland, bitte integrieren; Frau Merkel sagt wir schaffen das!“

Was uns auch überrascht hatte, war wie gut die meisten Rumänen über Deutschland und die aktuelle Situation informiert sind. Auch fühlen sich sehr viele Rumänen Deutschland verbunden und sprechen super gut Deutsch. So ist es uns immer wieder passiert das wir ein Gespräch auf Englisch begonnen haben, aber wenn die anderen gemerkt haben das wir Deutsch sprechen, Sie sofort umgeschwenkt sind weil Sie Deutsch besser sprechen.

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